Spinning Triangles:
Anstoss zu einer Schule für Gestaltung.
Hongkong

Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums fordert SAVVY Contemporary mit dem Projekt SPINNInG TRIANGLES die inhärenten, neokolonialen Machtstrukturen in Gestaltungspraxis, -theorie und -lehre heraus. Es nimmt den Gründungsmoment des Bauhauses vor 100 Jahren auf, um sich ihrer Realität als Schule zu stellen, und diesen Moment zu verdrehen und umzuformen.

Das Bauhaus war vorerst eine Schule für Gestaltung. Sie wollte neue Gestalter*innen, Macher*innen und Denker*innen bilden, die sich den Herausforderungen ihres „Jetzt“ stellen. SPINNING TRIANGLES nimmt diesen Gründungsmoment bewusst auf – aber nicht um ihn zu wiederholen, sondern um ihn zu verdrehen: dabei soll eine Schule für Gestaltung entstehen, die das Zeug hat, die Herausforderungen ihrer Zeit anzugehen und genau deswegen vielleicht zur „Un-Schule“ wird. Sie entwickelt sich nicht ausschließlich im geopolitischen Westen, sondern durch die akzelerierte Drehung zwischen drei eng miteinander verwobenen Orten: Deutschland, DR Kongo und China. Sie wirbelt die ihnen zugeschriebenen Rollen – Ideenzentrum, Rohstofflieferant, Produktionsweltmeister – durcheinander.

Die erste Drehung dieses Langzeitprojektes wird in Deutschland stattgefunden haben (in Dessau und Berlin) und wird sich bis in die zweite Drehung beschleunigen, nach Kinshasa, wo der Prototyp einer „Schule“ für Gestaltung entwickelt wird, die wiederum anschließend nach Berlin „exportiert“ wird und dessen Gelerntes und Verlerntes in Hongkong weitergesponnen wird, im Kunst- und Kulturort Para Site.

In Hongkong werden wir die Narrative der Moderne und des Modernisums weiter hinterfragen, insbesondere in Anbetracht ihrer Beziehung zur Kolonialität. Die Schule wird diese Grundlagen performativ herausfordern, einfach in dem sie sich selber auch in diesem Kontext aktualisiert.