A Utopian Stage

A UTOPIAN STAGE rekonstruiert einen komplexen Raum der internationalen Moderne, indem er die „drittweltliche“ Empfindungen der unmittelbaren postkolonialen Periode hervorhebt und einen kulturellen Atlas nachzeichnet, durch den Wissen über alternative (oft nichteuropäische) Plattformen ausgetauscht wurde. Dieser Prozess führt uns durch eine Rekonstruktion des Blicks, indem er die einzelne "Lesart" von West nach Ost in ein zyklischeres Modell umwandelt, bei dem kulturelle Verhandlungen von Ost nach Ost, von Ost nach West, von Süd nach Ost und von Süd nach Süd geführt werden und damit einen panoramaartigen Austausch des globalen künstlerischen Diskurses konstruiert.

Als mehrteiliges Projekt nimmt es das Festival of Arts, Shiraz Persepolis als Ausgangspunkt, um die radikalen Bestrebungen der Netzwerke von Künstler*innen, Denker*innen, Kulturschaffenden und Experimentator*innen zu untersuchen, die die 1960er und 1970er Jahre prägten. Das Festival of Arts war ein radikales Kunst- und Kulturfestival der darstellenden Künste, das zwischen 1967 und 1977 jeden Sommer in Shiraz und den antiken Ruinen von Persepolis stattfand. In den frühen 1970er Jahren war das Festival of Arts die wichtigste grenzüberschreitende Plattform für den transnationalen experimentellen Austausch von Kreativität und Wissen. Dieser Austausch unterbrach historische, politische und ideologische Abgrenzungen, mit denen eine neue Welle iranischer Künstler*innen aktiv verbunden war. Es gelang ihm auf künstlerische und diplomatische Weise, Künstler*innen aus dem Nord-Süd-Gefälle und von beiden Seiten der politischen Pattsituation des Kalten Krieges zusammenzubringen. Von der Revolution von 1978 bis 1979 unterbrochen und in einem Dekret von Ayatollah Khomeini für dekadent erklärt, wurden alle Materialien, die mit dem Festival in Verbindung standen, aus der Öffentlichkeit genommen und im Iran offiziell verboten.

Das Projekt betrachtet das 10 Jahre laufende, kontroverse Festival als historisches Objekt und zeichnet seine einzigartige Landschaft und utopische Bühne nach. Archaeology of the Final Decade  (AOTFD) hat Archivmaterial, Tonaufnahmen und Filmmaterial ausgegraben, das seine einzigartige utopische Landschaft und den revolutionären Geist internationaler transzendentaler Bestrebungen nachzeichnet.