Taklak

Für diesen WEDDING AFFAIRS-Mittwoch laden wir Euch zusammen mit unserem Team von United Screens zu einem Screening-Programm ein, bei dem Künstler:innen eine ortsspezifische audiovisuelle Erfahrung erzeugen, die unsere Vorstellungen von Kino und Performance herausfordert.

Den Anfang macht Dilşad Aladağ mit ihrer performativen Vorführung TAKLAK. Dieses Programm begibt sich auf eine Reise durch die Archive und folgt den Spuren von Botanikern, die in die Landschaft eingebunden sind. Taklak ist eine im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze, die auch unter anderen Namen bekannt ist, wie Zamzarik an den südlichen Küsten, Koutsoupia auf den Inseln, Arguvan und Dara Cihûda in den grenzüberschreitenden Bergen, Judabaum in religiösen Büchern und Cercis Siliquastrum im Lateinischen.

Das Projekt TAKLAK besucht verschiedene Pflanzen, untersucht unterschiedliche Darstellungen einer Pflanze und erforscht die Träume und Mythen der Länder entlang der Mittelmeerküsten. Durch das Nachdenken darüber, wie eine Pflanze interkulturelle Zugehörigkeit schaffen kann, werden Taklaks von Objekten der Nostalgie zu Begleitern der Resilienz. Auf der Reise geht es nicht nur um Entdeckungen und Begegnungen, sondern auch um Verlust und Ausgrenzung. Die Dualität von Hier und Dort, von Zugehörigkeit und Nichtzugehörigkeit zu Deutschland als Teil der Diaspora.

Als künstlerische und archivarische Recherche durchquert TAKLAK die Bereiche Etymologie, Ökologie und Botanik und beschäftigt sich mit der Darstellung unbekannter Territorien, Klimazonen und Sprachen. Dies ist eine Geschichte des Sammelns. Es ist eine Geschichte der Nahrungssuche in der Natur. Samen, Namen, Bedeutungen, Symbole, Geschichten, Zeugnisse und Erinnerungen in Notizbüchern, Kisten und Taschen werden verwurzelt und entverwurzelt, breiten sich aus und drehen sich im Kreis.

DILŞAD ALADAĞist Architektin und Urbanistin, deren Praxis sich auf Kunst, Forschung, Kulturerbe und Ökologie stützt. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Geschichtsschreibung von Transformationen mit besonderem Augenmerk auf räumlichen und ökologischen Themen und den Wirkungen von Macht und Resilienz.

Die Erforschung von Prozessen und Geschichten rund um diese Transformationen durch Archiv- und Feldforschung prägt ihren künstlerischen Prozess. Sie deckt Überschneidungen, Überlappungen, Konflikte und andere Formen von Konstellationen auf, um durch sie Erzählungen als Möglichkeiten für poetische und politische Dialoge zu gestalten. Zurzeit ist sie Doktorandin im Promotionsprogramm für Kunst und Design an der Bauhaus-Universität.