Sedimented Crises.
Layered Histories, Affect, and the Embodied Landscapes of Social Disruption

 

Krisen sind selten Ereignisse, die einfach enden. Sie setzen sich in Schichten fest: in Landschaften und Gebäuden, in Archiven und Erzählungen, in Körpern und Gefühlen. Koloniale Gewalt, politische Umbrüche, Vertreibung und gesellschaftliche Brüche hallen über Generationen hinweg nach, oft unterhalb der Schwelle des Sichtbaren und Hörbaren, doch spürbar in Stimmungen, Gesten und Praktiken des Erinnerns. Sedimented Crises fragt, wie diese vielschichtigen Geschichten erforscht, greifbar gemacht und kritisch aufgearbeitet werden können.

Der Workshop untersucht Affekt und Verkörperung als Zugänge zu historischen und zeitgenössischen Krisen. Wie sedimentieren Krisen an Orten und in Körpern? Welche Arten von Wissen entstehen, wenn Geschichte nicht nur diskutiert, sondern durch Bewegung, Wahrnehmung und künstlerische Praxis erforscht wird? Und welche methodischen und ethischen Herausforderungen wirft dies für Forschung und Kunst auf?

Das Programm bringt Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Praktiker:innen aus Deutschland, Tansania und anderen Geografien zusammen. Es umfasst Vorträge und thematische Podiumsdiskussionen sowie experimentelle Formate, die Anthropologie, somatische Praxis und Kunst verbinden: verkörperte Erkundungen, bewegungsbasierte Sitzungen, künstlerische Interventionen und gemeinsame Momente der Diskussion und Reflexion. Der Workshop entspringt einer laufenden Zusammenarbeit, in der solche Methodiken an der Schnittstelle dieser Fachgebiete entwickelt und erprobt wurden.