Hit Record: Mapping Acoustic Sympathies

SOUND MAPPING & ARCHIV-WORKSHOP 05.08.2026 17:00–19:30
MIT Sharmada Sundar
SPRACHE Der Workshop findet auf Englisch statt
FREIER EINTRITT Spenden willkommen
BESUCH SAVVY ist mit dem Rollstuhl zugänglich
TEILNAHME Der Workshop steht allen Interessierten offen, die Teilnehmer:innenzahl ist allerdings begrenzt. Wenn Du gerne teilnehmen möchtest, melde Dich bitte an unter workshop@savvy-contemporary.com mit dem Betreff "Hit Record" an. Geeignet für junge Erwachsene und ältere Teilnehmende; alle Arten von Fähigkeiten und Begabungen sind willkommen, Vorkenntnisse im Bereich Tonaufzeichnung oder Archivierung sind nicht erforderlich.
Wie kann es sein, dass Klang es vermag, jemanden wie angewurzelt verharren zu lassen? Ein Klang muss lediglich mit einer Erinnerung verknüpft sein, um jemanden zu berühren. Wir alle tragen akustische Resonanzen in uns: Klänge, die mit Erinnerungsketten verbunden sind und darauf warten, zum Klingen gebracht zu werden. Im Mittelpunkt dieses Workshops steht das Phänomen der sympathischen Resonanz, bei dem ein nicht angeschlagenes Objekt zu schwingen beginnt, wenn ein anderes Objekt in der Nähe dieselbe Tonhöhe oder Frequenz erzeugt.
Die Klangkartierung beginnt mit einem Austausch über Klanglandschaften. Jeder Ort birgt eine Vielzahl von Klängen, die sich überlagern und gleichzeitig vorhanden sind. In dieser Überlagerung tauchen Klangmarken (in Analogie zu Landmarken) auf: spezifisch für einen Ort oder eine Gemeinschaft; an keinem anderen Ort nachahmbar. Gemeinsam spazieren die Teilnehmenden durch das Viertel und lauschen der vielschichtigen Klanglandschaft. Jede*r Teilnehmende nimmt Klangmarken vor Ort auf und hält fest, was in diesem Moment in ihrem Inneren einen Nerv trifft.
Während dieses Spaziergangs tauchen auch akustische Einklänge und Assoziationen auf. Das Geräusch eines vorbeifahrenden Busses ist für manche einfach nur das rollende, mechanische Rumpeln eines großen Fahrzeugs. Für andere ist dasselbe Geräusch so allgegenwärtig, dass es ungehört bleibt, bis es verschwindet – dann dringt es nicht mehr ins Ohr, sondern taucht stattdessen in der Erinnerung auf: eine Kindheit, eine Überfahrt, eine Heimat, eine Reise oder ein Ort, an den man niemals zurückkehren kann. In diesem Moment werden plötzlich zwei Orte in der Zeit gleichzeitig hörbar.
Nach dem Klangspaziergang tauschen sich die Teilnehmenden über die akustischen Einklänge aus, die sie entdeckt haben. Wir werden die Aufnahmen zu einer Klangcollage zusammenstellen und in einem gemeinsamen Zine archiviert. Dieser Prozess des Kartierens und Archivierens betrachtet das Aufnehmen nicht einfach als Mittel der Erfassung, sondern als einen Akt der Wiedergewinnung von Resonanzen. Der Workshop entfaltet sich als kollektive Aufzeichnung einer Umgebung, die zu einem gemeinsamen Instrument wird, das einen Chor aus Erinnerungen spielt.
SHARMADA SUNDAR ist eine in Indien geborene Kunst- und Kulturschaffende, die derzeit an der Universität Lyon einen Masterstudiengang im Bereich „Entwicklung künstlerischer und kultureller Projekte“ absolviert. Sie hat Ausstellungen und kulturelle Initiativen bei Organisationen wie der Chennai Photo Biennale und der Lalit Kala Akademi unterstützt.
Ihre kulturelle Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Musik und Klang, wobei ihr besonderes Interesse der Frage gilt, wie das Hören Erinnerung, Ort und Zugehörigkeit prägt. MAPPING ACOUSTIC SYMPATHIES ist der erste von ihr konszipierte und angeleitete Workshop, womit sie damit ihre kulturelle Praxis um ein kollektives, partizipatives Format erweitert, das ihr Interesse am Hören als Mittel widerspiegelt, persönliche und kollektive Erfahrungen inmitten der Klänge des Alltags aufzudecken.
