4+3=1

THERE ARE STORIES TO BE FORGED FOR COMMON DENOMINATORS TO COME FORTH AND SOCIAL BALANCE TO BE RESTORED

Wie können wir in einer Gesellschaft, die von Trennungen geprägt ist, das Gemeinsame neu zusammensetzen? Das Projekt 4 +3 =1 versucht, die gemeinsamen Nenner zu regulieren, die Geschichte und Geschichten erzählen, um die Möglichkeiten auszuloten, gesellschaftliche Gleichgewichte zu reparieren und wiederherzustellen.

Seit Menschengedenken hat der Westen Gemeingüter hervorgebracht und tradiert. Das sind jene Punkte, an denen sich Kreise zu Gemeinplätzen überschneiden. Diese Gemeinsamkeiten sind jedoch durch Systeme von Begrenzungen, Dualitäten, Ausschluss und Segregation entstanden. Eingebettet in genau jenes System, dem es bis heute fehlt, ein Gleichgewicht zwischen den Menschen sowie zwischen Mensch und Natur zu finden. In der antiken Bantu-Philosophie wurde und wird “Natur” als “ntu” verstanden, als “Rhythmus”, “universale Lebenskraft”, wovon Menschen ein Teil sind. Wir suchen also nach Erkenntnissen aus antiken nicht-westlichen Philosophien und Erzählungen, um die gemeinsamen Nenner, die unsere heutigen Gesellschaften regulieren können, besser zu verstehen und umzusetzen.

Dabei untersuchen wir die alten ägyptischen Traditionen der Zusammenstellung von "Wesen", die auf den Kräften der Natur basieren: In ihnen werden die weiblichen Kräfte durch die Zahl 4 symbolisiert. Sie trägt das Männliche und die Gesellschaft im Allgemeinen. Die männlichen Kräfte werden durch die niedrigere Zahl 3 symbolisiert. Die Gleichung lautet also: Vier + Drei = Gemeinschaft. VIERPLUSDREIGLEICHHEINS.

Das Projekt stellt die grundlegende Frage: Wie können wir die performative Vielfalt, die im Weiblichen, Männlichen, im Fließenden oder Nichtbinären enthalten sind, in unsere geteilten Realitäten und Existenzen integrieren? Im Kern geht es um das Verständnis, dass diese Elemente sich gegenseitig tragen und beeinflussen können – innerhalb der subjektiven Verkörperungen ihrer Erfahrungen und ihrer vielfältigen Existenzen in Gesellschaften. Was können uns die Philosophien unserer Vorfahren in ihrer Wahrnehmung zusammenwirkender und vielfältiger Kräften darüber lehren, wie wir die Versorgung der Gemeinschaft neu ausrichten können?

Wie M. NourbeSe Philip schreibt, wird die Geschichte durch das Gedächtnis unterstrichen und ist an Etymologien des Nachdenkens, der Trauer, des Erinnerns, der Dokumentation und des Märtyreropfers gebunden. In dem Maße, in dem Erzählungen und Geschichten in Erinnerung gerufen, erzählt, wiedererzählt, ruhen gelassen, vergessen und wiederbelebt werden, sind sie gleichzeitig mit Leben, Tod und geistigen Kreisläufen verbunden. Wir spüren der Kraft der alten Mythologien und ihrer Kosmogonien nach, die uns dazu auffordern, alte Archive zu erhalten und zu bewahren. Wir gehen mit den Ahnen in die elliptische und transversale Gegenwart, in die Nähe von Geschichten, die das Gleichgewicht suchen. Gemeinsam gehen wir durch die limbischen Flügel der sich kreuzenden Zeit in die Zukunft.