Residing in the borderlands

Auf unserer abgeschlossene FIlmreihe  HOW DOES THE WORLD BREATHE NOW? folgt ab April 2019 eine neue, einjährige Filmreihe, die monatlich stattfindet und versucht, eine neue Kartographie von Berlin durch diasporische Perspektiven zu entwerfen. Im Rahmen unseres diasporischen "place-making", also des Prozesses sich kontinuierlich einen Raum zu erschließen und zu gestalten, werden wir verschiedene Filmwelten untersuchen und dabei sowohl das Visuelle wie das Klangliche berücksichtigen. Durch das filmische Erleben versuchen wir eine andere Daseinsweise zu erreichen, wobei wir Film als eine Art der Bewegung begreifen, die uns in zuvor unvorstellbare Zukünfte zu treiben vermag. 

Zu diesem Zweck laden wir zwölf Gäste aus verschiedenen diasporischen Communities und unterschiedlichen Berufsfeldern ein (sowohl innerhalb als auch außerhalb des Kultursektors), einen Film zu auszusuchen, der ihre Erfahrungen in der Stadt widerspiegelt. Dieser Film muss nicht von Berlin handeln oder in der Stadt spielen, vielmehr geht es darum, etwas Wesentliches zu erfassen oder eine wesentliche Frage aufzuwerfen, die die Perspektiven unserer Gäste geprägt hat. Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion statt, bei der sich der Gast innerhalb der Stadt verortet und über Schnittpunkte mit den unterschiedlichen Gemeinschaften spricht, denen er oder sie sich zugehörig fühlt. Film existriert zwischen geschriebenen, visuellen und klanglichen Erzählweisen. Ein Film besitzt die Kraft, Gerüche (der Kirschblüten-Alleen von Pankow), Geschmack (der Durianbäume vom Dong Xuan Center) und Texturen (von Wurzeln durchfurchter Fahrradwege) der Welt, die er darstellt, einzufangen. Wenn wir die diasporische Polyphonie, in der wir leben, zu Tage fördern, werden Räume, die uns sonst nur als Fassade am Rande unserer peripheren Sicht erscheinen, zu konkreten Orten, die von den Erfahrungen der Individuen, die sie bewohnen, verkörpert werden.